Das System PEP®

Die Klopftechniken kamen ursprünglich aus der chinesischen Medizin (Akupunkturpunkte) über die USA nach Europa. Es gibt viele Verfahren mit ähnlicher Vorgehensweise, z.B. die Techniken von Fred Gallo, dessen Klopftechnik Bohne kennenlernte. Bohne nutzt die Klopftechnik bei stark emotionalen Prozessen und erweiterte die Methode zum Gesamtsystem PEP®:

  • die Big Five Lösungsblockaden – das Thema liegt eher auf der kognitiven Ebene
  • das Selbstwerttraining – Aufspüren von Selbstwerträubern, Aufbau von Selbstakzeptanz
  • den KKT (Kognitions-Kongruenz-Test) – unbewusste  Blockaden stehen dem Ziel im Weg

PEP® -Klopfbausteine

Das Klopfen bestimmter Punkte spricht Gefühle wie Wut, Angst, Hilflosigkeit etc. an, die über das limbische System verarbeitet werden. Die Bausteine:

  • Klopfen: Man denkt bewusst an ein belastendes Thema und klopft gleichzeitig bestimmte Körperpunkte (Akupunkturpunkte).
  • Die zweite Komponente ist das Skalieren des belastenden Themas vor und nach dem Klopfen auf einer Skala von 1-10.
  • Dazu treten Selbststärkungssätze, die drei Kernbedürfnisse stärken können: „Auch wenn ich…(dieses Problem) habe…
    • …achte und schätze ich mich so, wie ich bin.“
    • …bleibe ich in Sicherheit.“
    • •…gehe ich meinen ganz eigenen Weg.“
  • Die emotionale Verarbeitung im Gehirn wird überstrapaziert und die Emotionen erfahren dadurch oftmals eine zügige Veränderung.
PEP®: Klopfpunkte bei PEP

Big-Five-Lösungsblockaden

PEP®: Kurbeln gegen Selbstwerträuber

Daneben gibt es sogenannte dys- oder parafunktionale Beziehungsmuster, für deren Verarbeitung der präfrontale Kortex zuständig ist. Diese fasst Bohne zu den Big-Five-Lösungsblockaden zusammen:

  • Selbstvorwürfe
  • Fremdvorwürfe
  • Erwartungen an andere
  • Regression
  • Loyalitäten

Hier hilft kein Klopfen, sondern nur „Kurbeln“. Man sucht einen selbststärkenden Punkt unterhalb des Schlüsselbeines und berührt ihn kreisend mit den Fingern einer Hand. Nach dem Skalieren wird das Problem wie beim Klopfen im Selbststärkungssatz mit einem der drei Kernbedürfnisse formuliert. Dazu treten Techniken zum Auflösen der Blockaden. Danach werden stärkende Sätze (Affirmationen) formuliert und dem Klienten als „Lunchpaket“ mitgegeben.

Der KKT

Der „KKT“ ist ein Fragebogen mit Testsätzen. Es ist ein kognitiv-embodimentaler-Kongruenztest, da der Körper wie ein Seismograf im Mittelpunkt der Arbeit steht. Immer, wenn man nicht genau weiß, warum ein Prozess ins Stocken gerät, bietet sich dieses Vorgehen an.

Anwendungsbereiche

Im Jahr 2023 gab es eine PEP® Anwendungsevaluation durch Julius Maur, Mélanie Maur und Patrick Meyer bei der insgesamt 841 ausgebildete „PEPolog*innen“ befragt wurden. Die Methode wird besonders oft angewendet bei:

  • Ängsten (69 %)
  • Stress (62 %)
  • Selbstwertproblemen (57 %)
  • Schuld- und Schamgefühlen (46 %)

In Supervision und Coaching ist PEP® bei Konflikten aller Art hilfreich, z.B. bei Versagensgefühlen, Mobbing, Fahr-, Flug- oder Auftrittsangst. Auch bei ungeklärten beruflichen Situationen oder dem Wunsch, neue Wege einzuschlagen, spielen Emotionen und die Big Five eine wichtige Rolle.

Im pädagogischen Bereich finden sich Anwendungen bei Prüfungssituationen in der Schule, bei ADHS, in der Lerntherapie, bei Autismus etc. (Bohne, Ebersberger 2022)

Nicht zuletzt kann das Klopfen auch zur Selbstfürsorge eingesetzt werden, z.B. bei akuten, starken Emotionen wie Lampenfieber, Angst vor dem Zahnarztbesuch, Schlafstörungen etc.

PEP®-Erweiterungen

PEP und Triade

Im Anschluss an die drei aufeinander aufbauenden Grundseminare habe ich die Anwendung von PEP® vertieft:

  • PEP® und Triadenarbeit nach Gabriele von Witzleben
  • spezielle PEP®-Programme für Kinder
    • Kindern mit Ängsten, „Leicht gem8 mit der Kraft der 8“ von Ulla Engelhardt
    • KIKOS®-Kompass zur Integration komplexer Systeme von Claudia Reinicke bei Kindern mit ADHS
    • KKT für Kinder, Melanie Maur (i. Planung)
KIKOS®-Kompass zur Integration komplexer Systeme